Unsere Orgel

Orgel Totale Die neuapostolische Gemeinde in Dachau ist glückliche Besitzerin einer Pfeifenorgel. Dabei handelt es sich zwar um ein kleines, aber um ein besonderes schönes Instrument, das klanglich im Stil des berühmten sächsischen Orgelbaumeister Gottfried Silbermann (1683-1753) gestaltet wurde. Gebaut wurde die Orgel von der renommierten Firma Jehmlich Orgelbau Dresden GmbH.

Das Dachauer Instrument ist somit insbesondere geeignet für die Wiedergabe der Orgelwerke Johann Sebastian Bachs (1685-1750) und seines Umfelds, soweit diese für eine einmanualige Orgel geschrieben sind.historisches Foto Die Hauptaufgabe der Orgel ist jedoch, die Gottesdienste der Gemeinde zu verschönern.

Die Orgel überzeugt nicht nur durch ihren – für Silbermann typischen – tragfähigen und weichen Klang, sondern auch durch seine bis ins Detail hervorragende handwerklich-künstlerische und optische Gestaltung.

Das Instrument ist – wie üblich bei Pfeifenorgeln – als Einzelstück architektonisch und klanglich individuell für die Dachauer Neuapostolische Kirche entworfen. Es wurde zusammen mit dem Kircheneubau am 14. Oktober 2007 eingeweiht.



Das Grußwort des Orgelbauers an die Gemeinde Dachau

Liebe Gemeinde Dachau,

„Soli deo gloria“
können wir von Herzen singen.

historisches Foto Ihre so schöne neue Kirche hat auch von Beginn an eine neue Orgel – wir haben allen Grund zu Lob und Dank. In einer sehr fruchtbaren Zusammenarbeit mit Herrn Häußer von der Bauleitung der Neuapostolischen Kirche, Herrn Dr. Brandhorst, dem Orgelsachverständigen, und dem Architekten Herrn Zimmermann konnten wir im Rahmen des verfügbaren Budgets ein Instrument entwickeln, das fünf Manual- und ein Pedalregister besitzt.
Wir danken herzlich allen, die bei der Vorbereitung und Realisierung dieser Orgel mitgewirkt haben. Die sechs Register der Orgel bilden einen relativ bescheidenen Rahmen, enthalten aber eine außerordentlich feine Besonderheit: Für jeden Tag des Jahres ist ein Ton ausgebildet – insgesamt sind 365 Pfeifen für die jährlichen Alltage und Festtage vorhanden! Diese Pfeifen erklingen auch in der ganzen Breite der Tonlagen, die unsere Ohren wahrnehmen können. Die tiefste Pfeife mit einer Körperlänge von 2,50 m ertönt bei 32 Hz, die höchste Pfeife mit ihrem 9 mm Körper liegt bei 18.000 Hz. Von den 365 Pfeifen sind 42 in Holz und 323 in Orgelmetall – einer Legierung aus Zinn und Blei – gefertigt.
Die im Kirchenraum seitlich vom Altar aufgestellte Orgel zeigt in der Vorderansicht den Prospekt mit 37 Metallpfeifen des Registers Prinzipal 4’. Dahinter sind die übrigen Manualregister in gleicher Höhe wie die Prospektpfeifen aufgestellt. An den beiden Seitenwänden sind jeweils sechs Holzpfeifen des Registers Subbass 16’ zu sehen. Die restlichen Holzpfeifen dieses Pedalregisters sind hinter dem Manualwerk tiefer angeordnet. Das Orgelgehäuse mit den seitlichen Holzpfeifen ist aus Birkenholz gefertigt und wurde in seiner schlichten Ausführung dem Kirchenraum gemäß gestaltet.

Die Spieltraktur der Orgel ist mechanisch ausgebildet. Der Tastendruck des Organisten auf die mit Ebenholz und Knochen belegten Tasten wird über Fichtenholzabstrakten, Wellen und Mechanikteile aus Weißbuche auf die Tonventile übertragen. Auch die Registerbetätigung erfolgt mechanisch. Beim Ziehen eines Registerzuges mit seiner Porzellanbeschriftung wird auf der Windlade eine schlanke Eichenholzschleife bewegt, die Bohrungen in Übereinstimmung bringt und damit zur Tonausbildung führt.
Der Fundamentrahmen und das innere Gerüstwerk der Orgel aus Kiefernholz sichern eine stabile Lagerung aller Orgelteile.
Die Lunge der Orgel wird durch einen Elektroventilator mit anschließendem Balg gebildet und garantiert einen gesunden Winddruck. Klanglich ist die Orgel im Stil an den sächsischen Orgelbaumeister des Barocks, Gottfried Silbermann, angelehnt. Seine Orgeln besitzen einen „silberhellen“ Glanz, ohne dass zu viel Schärfe in der Obertönigkeit wirkt. Mit den Maßen (Mensuren) der Pfeifen und der Intonationstechnik knüpfen wir an die bewährte Tradition dieser berühmten sächsischen Schule und die Erfahrungen unserer Vorfahren an.

Seit der Gründung unserer Firma 1808 wurden 1158 Orgeln erbaut. Diese Opus-Nummer 1158 trägt nun das neue Instrument in Ihrer Dachauer Kirche.

Möge die neue Orgel immer zur Ehre Gottes erklingen und stets zur Freude Ihrer Gemeinde über lange Zeit ihren guten Dienst leisten.

Horst Jehmlich

Jehmlich Orgelbau Dresden GmbH

im Oktober 2007